Abbildung: Verbraucher:in macht sich Gedanken über Regionalität (© C³ team GbR)

Regionalität braucht Vertrauen: Neue Studie zur Herkunftskennzeichnung

Regionale Lebensmittel stehen für kurze Wege, Nähe zur Erzeugung und die Unterstützung der heimischen Wirtschaft. Doch was erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher bei Produkten mit mehreren Zutaten? Eine im September 2026 veröffentlichte Studie zeigt: Einzelne nicht-regionale Zutaten können akzeptiert werden – wenn ihre Verwendung transparent ist.

Ob Fruchtjoghurt, Pesto oder Wurst mit Gewürzen: Nicht jede Zutat ist überall regional verfügbar. Wie sich solche Ausnahmen auf die Glaubwürdigkeit einer Regionalkennzeichnung auswirken, untersucht eine Studie mit 1.040 Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 25 Fachleuten.

Herkunft und Verarbeitung gehören zusammen

Für 77 Prozent der Befragten bedeutet Regionalität, dass sowohl die Zutaten aus der Region stammen als auch die Verarbeitung dort erfolgt. Als Region verstehen sie am ehesten den eigenen Landkreis oder das Bundesland. Allein die Herstellung vor Ort reicht für viele deshalb nicht aus, um ein Lebensmittel als regional anzusehen.

Ausnahmen müssen nachvollziehbar sein

78 Prozent akzeptieren einzelne nicht-regionale Zutaten, sofern diese klar gekennzeichnet sind. Zugleich lehnt knapp die Hälfte eine allgemein formulierte Lockerung der Kriterien ab. Das zeigt: Eine transparente Ausnahme ist für viele etwas anderes als ein grundsätzlich weniger verbindliches Regionalversprechen.
Entscheidend ist auch der Grund für die Ausnahme. Kann eine Zutat aus klimatischen Gründen nicht in der Region angebaut werden, ist das Verständnis größer. Rein wirtschaftliche oder saisonale Gründe überzeugen weniger.

Klare Angaben direkt auf der Verpackung

92 Prozent wünschen klare und verständliche Hinweise. In den hypothetischen Kaufentscheidungen der Studie überzeugte das erweiterte Regionalfenster, das nicht-regionale Zutaten mit „anderer Herkunft“ ausweist. Ein zusätzlicher QR-Code erhöhte die Akzeptanz nicht.
Außerdem zeigte sich: Je höher der regionale Zutatenanteil, desto größer waren die Kaufneigung und die Zahlungsbereitschaft. Transparente Kennzeichnung ist wichtig – ein hoher regionaler Anteil bleibt jedoch entscheidend.

Was bedeutet das für regionale Lebensmittel aus NRW?

Für Erzeuger, Lebensmittelhandwerk und verarbeitende Betriebe in Nordrhein-Westfalen unterstreichen die Ergebnisse, wie wichtig nachvollziehbare Herkunftsangaben sind. Wer regionale Zutaten einsetzt, vor Ort verarbeitet und Ausnahmen offen erklärt, schafft Orientierung beim Einkauf.
Die Studie empfiehlt außerdem, regionale Verarbeitungs- und Lieferstrukturen zu stärken. Denn je besser regionale Zutaten verfügbar sind, desto leichter lässt sich das Versprechen „regional“ im Produkt einlösen.

Zur Studie und dem Abschlussbericht: https://buel.bmel.de/index.php/buel/article/view/594

Quelle: Larissa Drescher, Katja Aue und Jutta Roosen: „Verbraucherakzeptanz der Regionalkennzeichnung von verarbeiteten Produkten mit mehreren Zutaten“. Veröffentlicht vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Sonderheft Nr. 246, September 2026.

Foto: https://www.c3team.de/de (mit KI verfremdet)

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