Fotomontage: NRW-Landwirtschaftsministerin Gorißen besucht 2 Höfe im Münsterland (© MLV-NRW)

„NRW is(s)t gut!“: Ministerin Gorißen besucht innovative Betriebe im Münsterland

Wie vielfältig Landwirtschaft und regionale Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen gelebt werden, zeigte der zweite Tag der diesjährigen „NRW is(s)t gut!“-Tour. Gemeinsam mit dem Vorstand von Ernährung-NRW e. V. besuchte Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Silke Gorißen am 13. August 2026 den Hof Schulze Rötering in Ahlen und den Hof Keil in Reken.

Begleitet von Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen, Kreisen und Landespolitik sowie von der Presse informierte sich die Ministerin über die unterschiedlichen Schwerpunkte der beiden familiengeführten Höfe. Zugleich ging es um aktuelle Herausforderungen der Landwirtschaft und die notwendige Planungssicherheit für die Betriebe.

„Nordrhein-Westfalen ist ein starkes Land der Ernährung. Unsere vielen landwirtschaftlichen Betriebe, oftmals seit Generationen familiär geführt, stehen für Nähe, Frische, Qualität und Verantwortung. Sie erhalten die regionalen Erzeugnisse und hochwertigen Herstellungsweisen, sie tragen zur Ernährungssicherung bei und auch zum Erhalt unserer einzigartigen Kulturlandschaften“, erklärte Ministerin Silke Gorißen während der Tour.

 

Hof Schulze Rötering: Regionale Wertschöpfung mit langer Tradition

Die erste Station führte zum historischen Gräftenhof Schulze Rötering in Ahlen. Familie Schulze Rötering zeigte, wie Landwirtschaft, handwerkliche Verarbeitung, Direktvermarktung und Gastronomie auf dem Familienbetrieb ineinandergreifen. Neben dem Ackerbau mit Brotweizen, Gerste und Raps zählen Spargel und Erdbeeren zu den wichtigen Kulturen. Sie werden saisonal u. a. im eigenen Hofladen angeboten und in der hofeigenen Gastronomie verarbeitet, die regionale Lebensmittel mit Genuss und Gastlichkeit verbindet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gutsbrennerei, in der seit 1767 Alkohol aus Weizenkorn gebrannt und zu international prämierten Likören und Destillaten weiterverarbeitet wird. So entsteht auf dem Hof eine vielseitige regionale Wertschöpfungskette – vom Acker bis zum Teller und ins Glas.

Auch die Zukunft des Familienbetriebs ist bereits gut vorbereitet: Sohn, Tochter und Schwiegertochter haben eigene Verantwortungsbereiche auf dem Hof übernommen. Während Sohn Moritz Schulze Rötering den landwirtschaftlichen Bereich verantwortet und seine Frau Kathrin die hofeigene Gastronomie führt, kümmert sich Tochter Anna Clarissa um die Brennerei. Gemeinsam mit Martin und Hildegunde Schulze Rötering arbeiten damit zwei Generationen daran, die Tradition des Hofes zu bewahren und zugleich zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

 

Hof Keil: Mutterkuhhaltung als aktiver Naturschutz

Auf dem Hof Keil in Reken stellte Heiner Keil ein Betriebskonzept vor, das Mutterkuhhaltung, Naturschutz und Landschaftspflege verbindet. Die Rinder und Wasserbüffel beweiden weitläufige Naturschutzflächen, halten diese offen und fördern so die Biodiversität. Die Kälber wachsen im Herdenverbund bei ihren Mutterkühen auf. Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung erfolgen direkt auf dem Hof. In der „Bullenstube“ vermitteln Beef-Tastings und Grillseminare zudem Wissen über Landwirtschaft und Tierhaltung und verbinden Information mit Genuss und Geselligkeit.

Die Ministerin betonte im Rahmen ihres Besuchs auch: „Mit unserer Tour wollen wir mehr Appetit darauf machen, beim Einkauf noch stärker darauf zu achten, regional erzeugtes Obst, Gemüse, Fleisch oder vor Ort hergestellte Milch in den Warenkorb zu legen. Regionale Lebensmittel helfen auch beim Klimaschutz, denn ihr Transport vom Betrieb bis zum Endkunden hat kurze Wege und sie werden an den Höfen in Nordrhein-Westfalen hoch innovativ, nachhaltig und ressourcen-schonend erzeugt. Bei dem Hof Keil in Reken zeigen wir, welche Stärke unsere Landwirtschaft hat, und wir zeigen Verbraucherinnen und Verbrauchern, dass Lebensmittel aus der Region spitze sind.“

 

Naturschutzleistungen brauchen Planungssicherheit

Der Besuch machte zugleich deutlich, dass extensive Mutterkuhhaltung und die Pflege von Naturschutzflächen mit erheblichem personellem und materiellem Aufwand verbunden sind. Diese Leistungen für Landschaftspflege, Artenvielfalt und Tierwohl müssen dauerhaft verlässlich und angemessen honoriert werden.

Beide Stationen zeigten, was die Land- und Ernährungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen auszeichnet: gewachsene Familienbetriebe, hochwertige regionale Erzeugnisse und Menschen, die Landwirtschaft verantwortungsvoll und zukunftsorientiert weiterentwickeln.

Fotos: © Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MLV NRW)

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