Foto: Betriebsbesichtigungen von NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen und Ernährung-NRW e. V. in rheinischen Landwirtschaftsbetrieben (© MLV NRW)

„NRW is(s)t gut!“: Ministerin Gorißen besucht innovative Betriebe im Rheinland

Wie vielfältig, innovativ und nachhaltig die Land- und Ernährungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen aufgestellt ist, zeigte der erste Tag der diesjährigen „NRW is(s)t gut!“-Tour. Gemeinsam mit Ernährung-NRW e. V. besuchte Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Silke Gorißen am 23. Juli 2026 vier Betriebe im Rheinland.

Im Mittelpunkt der Tour standen regionale Wertschöpfung, moderne und ressourcenschonende Anbaumethoden sowie die Frage, wie landwirtschaftliche Betriebe den Herausforderungen der Zukunft begegnen. Die vier Stationen machten deutlich, wie eng Tradition, Innovation und unternehmerisches Engagement in der rheinischen Land- und Ernährungswirtschaft miteinander verbunden sind.

Ernährung-NRW e. V. wurde bei der Tour durch den Vorsitzenden Andreas Heinz, den Geschäftsführer Franz-Josef Dickopp und die Vorständin Dr. Svea Pacyna-Schürheck vertreten.

 

Hightech und Nachhaltigkeit bei Rheinlandgemüse

Die erste Station führte zum Betrieb Rheinlandgemüse der Familie Bonus in Niederkrüchten-Overhetfeld. Der Familienbetrieb baut bereits in siebter Generation Gemüse an. Auf rund 500 Hektar Anbaufläche wachsen verschiedene Salate, Kohlsorten und Zwiebeln.

Dabei verbindet die Familie Bonus langjährige Erfahrung mit moderner Technik und nachhaltigem Wirtschaften. Beregnungsanlagen ermöglichen einen gezielten und ressourcenschonenden Einsatz von Wasser, ein eigener Solarpark sorgt für eine nachhaltige Energieversorgung und hochmoderne Roboter unterstützen beim Pflanzenschutz. Gleichzeitig spielt die Förderung der Biodiversität auf den Anbauflächen eine wichtige Rolle.

Der Betrieb zeigt damit eindrucksvoll, wie leistungsfähiger Freilandanbau, Digitalisierung und Ressourcenschutz zusammengedacht werden können.

 

Regionaler Beerenanbau auf Gut Sonnenberg

Weiter ging es zum Gut Sonnenberg der Familie Meller in Pulheim-Stommeln. Der Familienbetrieb baut Erdbeeren, Himbeeren, weiteres Beerenobst und Spargel an. Vermarktet werden die Erzeugnisse über den eigenen Hofladen, verschiedene Verkaufsstände sowie den regionalen Lebensmitteleinzelhandel. Bei der Vermarktung der Erdbeeren und Himbeeren arbeitet die Familie Meller eng mit FRUTANIA zusammen.

Eine Photovoltaikanlage trägt zur nachhaltigen Energiegewinnung bei. Die moderne Produktionshalle mit Kühlhäusern und Laderampen ermöglicht eine schnelle Verarbeitung und Auslieferung der frisch geernteten Früchte.

Die Beeren von Gut Sonnenberg tragen außerdem das Zeichen „Geprüfte Qualität NRW“. Damit wird ihre Herkunft aus Nordrhein-Westfalen für Verbraucherinnen und Verbraucher transparent und nachvollziehbar.

 

Die Erdbeersorten von morgen bei FRUTANIA

Am neuen Versuchsstandort von FRUTANIA in Meckenheim-Altendorf stand die Zukunft des Beerenanbaus im Mittelpunkt. AGRANIA, der landwirtschaftliche Unternehmenszweig von FRUTANIA, erprobt dort unter realen Anbaubedingungen neue Sorten und nachhaltige Anbauverfahren für Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren.

Rund 30 verschiedene Sorten werden auf der Versuchsfläche getestet. Mithilfe digitaler Technologien und einer detaillierten Datenerfassung wird untersucht, wie sich der Anbau ressourcenschonender gestalten und die Entwicklung der Pflanzen gezielt fördern lässt.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Beratung der Erzeugerbetriebe und in die Vermarktung ein. Der Versuchsstandort schafft damit eine wichtige Verbindung zwischen Pflanzenzüchtung, landwirtschaftlicher Praxis und den Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels.

 

Landwirtschaft zum Anfassen auf dem Bauerngut Schiefelbusch

Den Abschluss der Tour bildete das Bauerngut Schiefelbusch der Familie Trimborn in Lohmar. Der Betrieb hält Milchkühe und Geflügel und setzt im Ackerbau auf eine vielfältige, neunteilige Fruchtfolge sowie einen möglichst geschlossenen Betriebskreislauf. Die hofeigenen Tiere werden überwiegend mit selbst angebauten Futterpflanzen versorgt.

Gleichzeitig macht die Familie Trimborn Landwirtschaft für Verbraucherinnen und Verbraucher erlebbar. Zwei Hofläden, ein Gutscafé sowie Angebote für Schulklassen und Besuchergruppen vermitteln anschaulich, wo Lebensmittel herkommen und wie sie erzeugt werden.

Auf dem Bauerngut Schiefelbusch greifen regionale Wertschöpfung, nachhaltiges Wirtschaften, Direktvermarktung und gelebte Gastfreundschaft unmittelbar ineinander.

 

Gemeinsam für ein starkes Ernährungsland Nordrhein-Westfalen

Die vier Stationen zeigten die große Bandbreite der rheinischen Land- und Ernährungswirtschaft. Familiengeführte Betriebe investieren in moderne Technik, entwickeln ressourcenschonende Anbauverfahren weiter und schaffen neue Verbindungen zwischen Erzeugung, Vermarktung und den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Ernährung-NRW e. V. unterstützt diese Entwicklung, indem der Verein Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette vernetzt und die Sichtbarkeit regional erzeugter Lebensmittel stärkt. Die „NRW is(s)t gut!“-Tour macht dieses Engagement direkt vor Ort erlebbar – bei den Menschen und Betrieben, die mit Qualität, Innovationskraft und Verantwortungsbewusstsein für ein starkes Ernährungsland Nordrhein-Westfalen stehen.

Im August wird die „NRW is(s)t gut!“-Tour mit weiteren Betriebsbesuchen in Westfalen fortgesetzt.

Fotos: © MLV NRW

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